Herrliches Herbstwetter, interessante Einblicke und ein intensiver fachlicher Austausch: Gestern führte mich die Veranstaltung Futures in the making an die Technische Hochschule Ingolstadt (THI).
Im Mittelpunkt standen Gespräche mit Professorinnen und Professoren sowie Studiengangsverantwortlichen über die Weiterentwicklung von Foresight in Forschung, Lehre und Transfer. Dabei ging es nicht nur um wissenschaftliche Perspektiven, sondern auch um die Frage, wie Zukunftswissen in konkrete Handlungsfähigkeit übersetzt werden kann.
Foresight als Verbindung von Wissenschaft und Praxis
Foresight unterstützt Organisationen dabei, mögliche Zukunftsentwicklungen systematisch zu erkunden, alternative Szenarien zu entwickeln und daraus strategische Handlungsoptionen abzuleiten. Gerade angesichts komplexer technologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen gewinnt diese Fähigkeit an Bedeutung.
Damit Foresight seine Wirkung entfalten kann, braucht es mehr als einzelne Forschungsprojekte oder Lehrveranstaltungen. Entscheidend sind der Austausch zwischen Disziplinen, die Qualifizierung von Studierenden und Fachkräften sowie der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis.
Die Gespräche an der THI haben wertvolle Einblicke darin ermöglicht, wie diese Bereiche zusammengedacht und weiterentwickelt werden können.
Zentralisierung: Kompetenzen bündeln, Wirkung stärken?
Ein besonders interessanter Aspekt ist die institutionelle Verankerung des Themas. An der THI besteht seit vier Jahren das einzige bayerische Institut für Foresight.
Eine solche zentrale Struktur kann wichtige Vorteile bieten: Sie bündelt Expertise, schafft Sichtbarkeit, erleichtert Kooperationen und kann die Verbindung zwischen Forschung, Lehre und Transfer stärken.
Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie sich diese Bündelung mit einer möglichst breiten Vernetzung verbinden lässt. Zukunftsforschung lebt schließlich von unterschiedlichen Perspektiven, interdisziplinärer Zusammenarbeit und dem Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Zentralisierung ist deshalb nicht allein eine Organisationsfrage. Entscheidend ist, ob sie dazu beiträgt, Wissen besser zu vernetzen, Kompetenzen aufzubauen und konkrete Wirkung zu erzielen.
Gemeinsam an den Zukünften arbeiten
Für mich war die Veranstaltung vor allem eine Gelegenheit, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und neue Impulse für die Weiterentwicklung von Foresight mitzunehmen.
Mein Fazit: Die Zukunftsfähigkeit von Organisationen und Gesellschaften hängt auch davon ab, wie systematisch wir uns mit möglichen Entwicklungen auseinandersetzen und wie gut wir Erkenntnisse in Entscheidungen übersetzen. Dafür braucht es wissenschaftliche Fundierung, qualifizierte Menschen und Strukturen, die Zusammenarbeit ermöglichen.
Vielen Dank an alle Beteiligten für die offenen Gespräche, die interessanten Einblicke und die angenehme Atmosphäre bei herrlichem Herbstwetter.
Ich freue mich darauf, den Austausch beim nächsten Treffen im Frühjahr 2027 fortzusetzen.